Essen muss für Bewohner und Besucher wieder attraktiver werden

Die Essener Innenstadt ist im bundesweiten Ranking erneut weiter zurückgefallen. Die Besucherzahlen, insbesondere die eines kaufkräftigen Publikums, sind ebenfalls anhaltend rückläufig. Regelmäßig wird über die Kriminalität libanesisch-kurdischer Clans mit teilweise gewaltsamen öffentlichen Auseinandersetzungen, Razzien und Festnahmen berichtet. Gewalttätige Angriffe auf Polizeibeamte und fehlender Respekt sind an der Tagesordnung. Trotz ständiger Säuberungsaktionen macht die Innenstadt nach wie vor an vielen Stellen einen vernachlässigten und verwahrlosten Eindruck. Professionelle Bettelei und Drogenhandel gehören mittlerweile schon zum gewohnten Stadtbild.

Dies alles trägt erheblich zum weiteren Imageverlust der Innenstadt bei. Die realitätsfernen und wenig ganzheitlichen Vorschläge des Wuppertal Institut zur Bevorzugung des Radverkehrs und drastischen Erhöhung der Parkgebühren geben der Innenstadt den Rest und übersehen entscheidende Aspekte, die für Attraktivität einer Großstadt-City von enormer Wichtigkeit sind.

Bereits vor fast einem Jahr hatte der Stadtrat ein Konzept in Auftrag gegeben, wie die Innenstadt attraktiver gestaltet werden kann. Die bisherigen Ergebnisse und Zwischenberichte sind äußerst dürftig. Wie steht es um die Umsetzung des Essener Innenstadt-Konzepts in punkto Sicherheit, Sauberkeit, Attraktivität, Branchenmix und Kaufkraftsteigerung? Konkrete Antworten auf diese drängenden Fragen sind längst überfällig, kritisiert das ESSENER BÜRGER BÜNDNIS (EBB).

Die Stadtverwaltung hat damals in Aussicht gestellt, schon zeitnah erste Ergebnisse zu liefern“,

so EBB-Fraktionsvorsitzender Jochen Backes.

„Darauf warten wir aber bis heute vergeblich“,

unterstreicht er seine Kritik. Backes zeigt sich besorgt, dass dieses wichtige Thema anscheinend zum Gegenstand einer endlosen Konzeptentwicklung wird. Das EBB fordert deshalb kurzfristig einen Zwischenbericht über den aktuellen Stadt der Dinge.

Wir wollen nicht, dass die Essener Innenstadt im nationalen Städtevergleich noch weiter nach unten absackt. Doch offensichtlich scheint es den Planern nach wie vor an zündenden Ideen zu fehlen“,

so Backes weiter.

Konkret bemängelt er zum Beispiel, dass die Innenstadt immer noch an vielen Stellen vermüllt und verdreckt ist und schlichtweg einen ziemlich ungepflegten Eindruck hinterlässt.

„Die City ist die Visitenkarte einer Stadt. Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten. Ein Beispiel: Die von der Grünen Hauptstadt übrig gebliebenen Plastik-Blumenbeete verschönern die Innenstadt nicht. Sie sind dreckig und bieten mit ihrer Bepflanzung einen schaurigen Anblick,“

fasst Backes zusammen.

Die Attraktivität der Essener Innenstadt kann mit den realitätsfernen und weltfremden Vorschlägen des Wuppertal Institut nicht gesteigert werden, sondern wird weiter an Zugkraft verlieren. Je mehr Parkgebühren den Besuchern abgenommen werden, desto mehr wird auf die Einkaufszentren der Umgebung mit kostenlosen Parkplätzen ausgewichen“,

konkretisiert Backes seine Befürchtungen.

Auch seinem Fraktionskollegen Kai Hemsteeg  liegt die schnelle Umsetzung des Innenstadtkonzepts sehr am Herzen. Für Hemsteeg ist besonders wichtig, dass Polizei und Ordnungsbehörde mehr tatsächliche Präsenz zeigen. 

Er setzt sich daher mit Nachdruck für mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsamt in der Nordstadt sowie für eine Null-Toleranz-Politik beim Thema Drogen ein. 

„Wenn sich an bestimmten Stellen regelmäßig die Drogendealer und Drogensüchtigen tummeln, dann treibt das die Besucher aus der City. Außerdem wird dadurch das Sicherheitsgefühl der übrigen City-Gäste noch weiter gestört.“ 

Die Bürgerinnen und Bürger jetzt zusätzlich auch noch durch die vorgeschlagene Erhöhung der Parkgebühren von einem Besuch der Innenstadt fernzuhalten, ist nach Hemsteegs Auffassung der völlig falsche Weg.

„Mittelfristiges Ziel muss es sein, wieder eine Atmosphäre zu schaffen, bei der die Bewohner und Besucher gern in der Innenstadt verweilen.“

Dass die städtische Marketinggesellschaft (EMG) trotz eines klaren Auftrages des Rates der Stadt nach einem Dreivierteljahr noch nicht einmal erste Ansätze zur Umsetzung des von ihr entworfenen Konzeptes vorlegen kann, ist enttäuschend und beschämend zugleich”,

so das übereinstimmende Fazit von Jochen Backes und Kai Hemsteeg.

Kai Hemsteeg